Es dauerte nur ein "paar" Kurven im schmalen Tal und wir fuhren wieder auf der Hauptstraße Nr. 7 neben dem Enguri abwärts.
Sugdidi zeichnet sich durch einen abgebranten Palast, der von einem Nachfahren Napoleons Bonaparte erbaut und z.Z. wieder aufgebaut wird und einer Herzklinik aus. Zum Ende einer dichten Reise geht einem langsam die Luft für Besichtigungen aus. Mehr als eine Durchfahrt erlebte die Stadt dann auch nicht von uns. Wir fahren durch eine Ebene, deren Boden fruchtbar scheint. Die alten Teeplantagen (grusinischer Tee) sind teilweise verwildert oder gerodet. Haselnüsse haben einen höheren Verkaufswert bekommen und einige Flächen besetzt. Nur so nebenbei: Die Firma Hipp lässt im Lande Gemüse für ihre Babaynahrung anbauen und in einer Fabrik gleich verarbeiten. Alles Bio! Eine Teeplantage suchte gerade Pflückerinnen...
| EU Lohnarbeiterinnen |
An der Straße reihen sich wieder die bekannten würfligen Häuser aneinander. Vieh schlendert an den Rändern oder stellt sich auf die Straße, als wollten sie mit in die adscharische Hauptstadt genommen werden.
Poti zeigt sich als eine müde Hafenstadt. Touristisch ist ihr nicht viel ab zu gewinnen obwohl hier angeblich Jason der alte Argonaut mit seinen Mannen an Land ging. Wir sehen die Stadt durchs Fenster des Kleinbusses.
Batumi empfängt uns mit seinem subtropischen Klima. Unser Hotel im Hochhaus hat eine Kältemaschine, ein paar Grad weniger würden nach meinem Geschmack ausreichen.
| Gonoi |
| Alte Römer |
Wir sind inzwischen 2273,7 km in Georgien unterwegs gewesen und haben uns ein bisschen Ruhe verdient. Alles wird mit einem Abendessen direkt am Meer zu einem guten Abschluss gebracht.
Bartumi, Stadt am schwarzen Meer. Ein klangvoller Name. Etwas geheimnisvolles schwingt im Namen mit. Drehkreuz für Geschäfte, geflüchtete Russen aus dem Zarenreich warten auf eine Passage in eine bessere Zukunft. Erste Erdölpipeline der Welt. Von Baku bis hierher. Die Brüder des Alfred Nobel und die Familie Rothschild investierten in die Erschließung und Förderung des schwarzen Goldes. Alte Blechkanister mit dem Shellemblem sind im Museum zu besichtigen. Heute ist es überwiegend ein Containerhafen.
Wir bewegten uns in der ehemaligen Altstadt.
Ein StückDraht, unterschiedliche Ziegelsteine, ein vernageltes Fenster oder Dachrinnen am seidenen Blechstück. Balkone wirken, wie kurz vor dem Absturz. In letzter zeit erfolgten notwendigbe Restaurationen. Mit Millinonen EU-Mittel wurde die Brauch- und Abwassersituation verwestlicht, für viele ein enormer Fortschritt. Bei heftigen Regenfällen quillt die Kloake nicht mehr über die Gullis.
Baudenkmäler zeigen wieder ihre alte Pracht und es wird vorstellbar, wie gut es der Stadt früher ging. Trotzdem sind viele Altstadthäuser bedroht und von modernen Hochhäusern eingeengt. Manche der Spekulationsobjekte zieren die Stadt als Skelett. Sie stehen als leere Türme der Unvollkommenheit umher und warten auf Käufer. Wer kann sich eine Wohnung zwischen 500 und 2500 $ schon leisten! In den Höfen der alten Häuser stehen Stühle, Wäsche auf bizarr gewebten Leinen kräuselt sich im Wind. Der morbide Charme der Vergänglichkeit und das Südländische wecken das Interesse des Besuchers.
Vor den kleinen Läden und den Markständen sitzen Verkäuferinnen und Verkäufer und träumen in den vorbeiziehenden Verkehr.
Obst und Gemüse, alles was die Gegend hergibt, werden angeboten. Kleider und Schuhe ergänzen die Stände für den Haushalt. Hier ist alles zu bekommen.
Und dann der Strand und die Promenade. Sarkaschwili wollte die Promenade bis zur 40 km entfernten türkischen Grenze bauen. Nach 7 km musste er aufgeben. Im Übergangsbereich zum Meer sieht alles ganz westlich aus. Man zeigt was man hat. Zum Abend hin leuchten überall die Bildschirme der Smartphones auf. An langen Krückstöcken werden sie in Position gebracht, um ein Selfi in die ganze 'Welt zu schicken. Die narzistische Selbstinszenierung kennt keine Grenzen. Es wird gepost wie im Dschungelcamp (Selftomania).
| Strand von Batumi |
Für die Autofahrer gilt eine Mindestgeschwindigkeit von 70 kmh. Wer langsamer fährt wird aus dem Verkehr gedrängt und kann sehen wie er nach Hause kommt. Der erreichte Vorteil wird durch heftiges Bremsen vor dem nächsten Wagenhindernis wieder zunichte gemacht. Danach geht es aber umso heftiger weiter. Unfälle gab es jedenfalls nicht zu sehen. Geht doch!!!
| Modernes Batumi |
| Brotladen |
Sabine hatte im Internet ein kleines Hotel gebucht, in dem wir noch drei Nächte verbrachten. Bei Stadtbummel und Strandtag ließen wir die schöne Reise ausklingen.
| Backofen mit Brotlaibern |
| 60 € Mindestrente |
Wir haben einen guten Eindruck bekommen. Vielen Dank an David und Eka.
| Abendsonne in Batumi |