Sonntag, 14. August 2016

Heiße Fahrt, Höhlenkloster, Stadt Sighnaghi

Einer dieser wunderbar heißen georgischen Sommertage wartet auf uns. Angenehme 36 Grad Wärme sind uns gewiss. Die Klimaanlage des kleinen Busses ächzt unter der Belastung. Schirmt das Wageninnere jedoch von der Hitze ab. Es geht in die Halbwüste von Udabno.
 An der Grenze zu Aserbaidschan liegt das Höhlenkloster David Garedschi. David (Reiseleiter, ich setze voraus, dass er ab hier bekannt ist)  hat inzwischen seine Frau Eka (Ekatharina) mit an Bord. Sie unterstützt den vom Hexenschuss geplagten. In einer Dorfapotheke wird eine Diclofenacspritze gekauft und an Ort und Stelle appliziert, weil das Krankenhaus keine mitgebrachten Medikamente verabreichen wollte. Na, ein bisschen Ordnung muss sein. Sabine hat sich wieder erholt. Die georgischen Speisen bekommen ihr wieder. Ein Stück Chatschpuri (Georg. Teigpizza) wird ordnungsgemäß von ihrem Körper aufgenommen.

Die Straße führt uns durch eine hüglige Steppenlandschaft. Der Blick schwebt über die trockenen Grasflächen. Manchmal schimmert es blau, Disteln geben Farbe. Beeindruckend ist die Weite in der es kaum Menschen oder Tiere zu sehen gibt. Im heißen Dunst des Mittags verschwimmen die Berge am Horizont.



Auf dem Weg zum Höhlenkloster David Garedji halten wir im  Dorf Ubdano. Ein Pole betreibt mit seiner einheimischer Frau und Kind die Bar Oasis Club und eine Bühne. Wir stärken uns im Schatten der Bar.

Bar Oasis Club

Bühne in der Halbwüste
Autobahnhinweis nach David Garescha
Mitte des 13 Jh. kamen mit dem heiligen Johannes mehrere Missionare ins Land. Unter ihnen der David, der sich aus Tiblisi in die Halbwüste zurückzog. Er betete so lange, bis Wasser in der Nähe floss. Es gibt noch mehr Wunder die er vollbrachte. Auch halfen Tiere beim Überleben. Die Wunder zieren in Stein gemeißelt das Eingangstor.


Auf einem Hügelvorsprung zeigt sich das Kloster inzwischen gut restauriert. Mönche beleben es.



Auf einem Pfad kann man hoch zum Bergrücken wandern und die zahlreichen in den Sanbstein gehauenen Klausen erreichen. Sie sollen aus der Zeit Davids stammen. Vom Kamm wird der Blick in über die Weite der Gras bewachsenen Ebene geweht. In der Ferne flimmert ein Salzsee und noch weiter ein See, dessen Name ich vergaß. Die Sonne schickt fast senkrecht ihre Hitze zu uns. Selbst in den teilweise erhaltenen und ausgemalten Klausen ist es kaum kühl.


Wandgemälde in einer Felsenklause

Das Kloster Ubdano ist von oben in der Ferne  zu sehen (bedeutsam, weil hier eine neue Form der Ikonenmalerei - georgische Heilige wurden abgebildet... - entwickelt wurde). Ganz oben steht noch eine kleine Kapelle. Sie erinnert an das Massaker an 6000 Mönchen durch die Truppen des Schach Abas zu Ostern 1615. Furchtbar, seit Jahrhunderten ziehen Truppen irgendwelcher Herrscher über die Erde, um Andersdenkende mit Gewalt zum wahren Glauben zu bekehren... na ja, ich habe Urlaub...

Eine solche Landschaft sah ich noch nicht. Die trockene Weite beeindruckt und ist irgendwie schön.

...unsere Wandergruppe...



Vom Kloster fahren wir zurück in Richtung Sighnaghi, David hat sich trotz seiner Kreuzschmerzen hinters Lenkrad geschwungen.

1 Kommentar:

  1. Weiter gute Besserung für Sabine und David. ...
    Es muss wirklich eine absolut beeindruckende Landschaft samt Architektur und spannendster historischer Entwicklung sein, die ihr da auf diese Weise kennenlernt.

    Wenn ich ein paar Takte jünger wäre, würde ich sehr gern solch eine Reise mitmachen ... :-)

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