Sonntag, 7. August 2016

Stadtspaziergang

Wir gingen mit David. Er wuchs in Tiblisi auf, studierte in Kassel und führte uns ruhigen Schrittes durch die Albstadt. Unsere kleine Gruppe besteht aus einem Paar aus Freiburg, einer Dame aus Cottbus und uns. Recht überschaubar. Bisher kommen wir gut mit einander aus.



Auf der sieben stündigen Tour gab es viel zu sehen, selbst die 30 Grad Wärme konnten unseren Spaziergang nicht Bremsen. Georgien ist ein Land, das viele Besatzungen erlebte. Römer , Perser, Osmanen, Russen, Mongolen und noch ein paar mehr zerstörten Tiblisi immer wieder. Man ließ sich jedoch nicht unterkriegen baute wieder auf und lebt bis heute ganz gut. Die alte Festung auf dem Stadthügel ist persischen Ursprungs. Zu ihrer Blütezeit umschlossen ihre Mauern die Karavanserei am Fluß, heute Meidan (Handelsplatz) und noch Stadtteile auf der anderen Flußseite. Reste der Mauer können an mehreren Stellen betrachtet werden.

Die Badehäuser mit ihrem schwefligem Wasser verdankt die Stadt einem Herrscher aus vergangenen Zeiten. Er ging mit einem Getreuen zur Fasanenjagt. Leider traf er den Vogel nicht richtig. Ob der Pfeil verbogen oder der Schütze Reste georgischen Weins im Blut hatte ist nicht überliefert. Sie mussten den Falken hinter schicken und den Vögeln nachreiten. In einer Talsenke stürzte sich der Fasan, der bereits den Falken im Nacken hatte, in die heißen Quellen. Beide wurden gekocht. Da gründete der Herrscher die Stadt Tiblisi an dieser Stelle.

Erstaunen rufen auch die vielen rechts gelenkten Autos hervor. Sie werden preiswert auf fernöstlichen Märkten gekauft. Politisch sei man nicht in der Lage das System zu vereinheitlichen, da rutscht eben hin und wieder mal ein Fahrer über die Mittellinie, um bessere Sicht zu erlangen.

An einem noblen neuen Hotel hat man die Fassade der alten Politschule stehen gelassen. Die beeindruckenden Säulen aus Stalin Zeiten bieten einen wunderbaren Einlass in die 200 Dollar Zimmer. Das Fries mit den Bildern arbeitender Bevölkerung unter der Traufe fällt da nicht mehr so ins Gewicht.

Am Abend hatte "Kaukasus Reisen" ein georgisches Essen für al!e ihrer Reisenden veranstaltet. Wir sind satt geworden und der Wein war gut.





1 Kommentar:

  1. Die Stadt hat ja eine unglaublich beeindruckende, vielfältige Geschichte.
    Schöne Fotos.

    Hmmm - wahrscheinlich muss ich mich jetzt doch noch mal mit dem Buch "Das achte Leben" anfreunden. ;-)

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