Betscho ist ein ruhiges Bergdorf ein Stück unterhalb des Ushba. An diesem Tag ziehen immer wieder Wolkenfelder über die Berge. Trotzdem ist dieser Ort, der Ausgangspunkt für hochkaukasische Wanderungen ist, spannend zu betrachten. Auf einer engen kurvenreichen Bergstraße schiebt sich der Bus dem Dorf entgegen. Dort, wo die Hänge zurücktreten und der Grund ebener ist, lohnte es sich Häuser, Scheunen und Ställe zu bauen. An den sanften Hängen ziehen sich Almwiesen bis zum Waldrand empor. Der wild springende Bach spendet das ganze Jahr über frische Feuchtigkeit. Mit seinem geschöpften Wasser wird dem Gemüse gegebn, was es zum Wachsen braucht.
Pünktlkich zum Geläut der Glocke ziehen die Tiere heim. Kühe, Schweine, Schafe und Federvieh zieht es zu ihren Ställen. Dort wartet eine Extraportion Futter auf sie, dass knabbern am kurzen Gras und das Wühlen in harter Erde werden belohnt.
Wir werden mit einem Mahl verwöhnt, welches keine swanetische Köstlichkeit auslässt. Was Küche und Keller hergeben wird auftragen.
| Swanetische Tafel, einfach |
Die hölzerne Platte ächzt unter dem Gewicht oder sind es unsere Mägen, die trotz der Überfüllung immer noch eine klitzkleine Köstlichkeit aufnehmen müssen.
| Chinkali, mit gut gewürztem Hackfleisch gefüllt |
Auf dem Weg ins Bett leuchten uns keine Sterne. Mit einem Gefühl übervoller, gesättigter Trägheit schieben wir die Schlafhose über den Bauch, fallen schwer auf die Federkernmatratze und versinken unter dem Ushba in einen satten Schlaf. Im Traum sahen wir die Wirtin ins Dorf hinein twitter, dass die Restetafel gedeckt sein. Worauf sich eine Menschenschlange mit Laternen in der Hand auf dem Weg zu unserer UNterkunft machten. Im schwankenden Licht der Hanleuchter schlichen sie durch Holztor, nur nicht die Gäste wecken. Da saßen sie dann alle um den alten Küchentisch, derunter der Last schnaufte. Mitgebrachtes Bier und selbst gekelterter Wein machten die Runde. Jedes Lachen versank in der Armbeuge, man wollte gut zu den Reisenden sein. Kein Wunder, dass man uns auf dem Weg zum Dorf hinaus fröhlich winkend verabschiedete.
Der volle Bauch konnte die grauen Wolken nicht wegdrücken, sie hängen immer noch in den Talfalten des Gebirges und umhüllen die Gipfel. Was tun? Eine Wanderung am Fluß entlang ist angesagt. Sollen wir es wagen? Ohne Großwetterlage ist eine Wetterprognose schwer, besonders wenn die örtlichen Besonderheiten unbekannt sind. Letztlich ziehen wir los. wir fahren ein Stück am Bach entlang stellen im oberen Tal das Auto ab.
Es regnet leicht. Zu erst muss ein Steg aus dünnen Holzstämmen überquert werden.
Danach geht es gemächlich aufwärts. Der Weg ist gut markiert.
Die Tannen duften und Pfifferlinge grüßen den Wanderer aus dunkelgrünem Moos. Regenwanderungen richten die Aufmerksamkeit auf das Tropfen, dass Laufen des Wassers unter den Schuhsohlen, das Atmen der feuchten Luft. Wird es an meiner rechtenSchulter nass oder ist es der innere Dunst? Schwillt das Rauschen des Baches an? Wird der Regen schlimmer? Müssen wir umkehren?
Zurück am Bus, kam die Sonne raus und trocknete unsere Kleider. Ein kleines Picknick entschädigte uns für die Dusche. Die Wolken lichten sich und die kräftigen Hänge mit ihren felsigen Einschnitten und bewaldeten Rücken kommen zum Vorschein.
Weiter oben zeigen die ersten Gipfel ihr prächtiges Gesicht.
Wir laufen zum Quartier zwischen den Bergwiesen zurück.
Wieder wartet ein üppiges Mahl auf uns...
Am Morgen zeigt sich der Ushba in seiner ganzen größe.
| Ushba im Morgenlicht |
Einfach supertoll und überwältigend, was ihr da alles sehen und erleben könnt.
AntwortenLöschenWunderbares Land!
Danke für die vielen Fotos - neben den Texten kann ich auch damit ein bisschen an eurer Reise teilhaben.